Schwerpunkt AD(H)S

Eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist gekennzeichnet durch die Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Die Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität nennt man ADS. Noch vor einigen Jahren nahm man an, dass AD(H)S eine Störung ist, die ausschließlich im Kindes- und Jugendalter auftritt und sich im Erwachsenenalter „auswächst“. Heute weiß man, dass viele Betroffene auch noch im Erwachsenenalter unter der Symptomatik leiden. Studierende mit AD(H)S klagen beispielsweise darüber, dass sie sich in der Vorlesung nicht konzentrieren können, beim Lernen zu Hause sehr schnell abgelenkt sind, eine anhaltende innere Unruhe und Stimmungsschwankungen verspüren, Aufgaben für die Uni und im Alltag bis auf den letzten Drücker aufschieben, zu spät zu Verabredungen kommen und Unordnung in ihrem Haushalt haben.

Ursachen und Folgen von AD(H)S

Für die Entstehung von AD(H)S gibt es keine einzelne und eindeutige Ursache, viel mehr wird ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren angenommen. Der aktuelle Forschungsstand geht davon aus, dass bei der Entstehung in der Kindheit neben genetischen und neurobiologischen Faktoren auch ungünstige Bedingungen in Familie oder Schule vermutlich eine Rolle spielen, die u.a. die Aufmerksamkeit beeinträchtigen und zu Organisationsproblemen führen. Im Erwachsenenalter können dann die psychosozialen Folgen dieser Schwierigkeiten weitere Probleme verursachen, beispielsweise führen Misserfolge z.B. in der schulischen und weiterführenden Ausbildung oder im Studium zu negativen Gedanken und einem geringen Selbstwertgefühl. Dies kann bei mangelnden Kompensationsstrategien dann wiederum dazu führen, dass die Betroffenen auch als Erwachsene weiter unter der Symptomatik leiden und in der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung beeinträchtigt sind.

Ablauf der AD(H)S-Diagnostik in der PBS

  • Erstgespräch
  • ausführliche AD(H)S-Diagnostik
  • weitere Diagnostik zu anderen möglichen Störungsbereichen
  • ggf. neuropsychologische Testung
  • Besprechung der Ergebnisse und weitere Empfehlungen

Die Kontaktaufnahme für ein Erstgespräch im AD(H)S-Schwerpunkt erfolgt telefonisch oder persönlich zu den Öffnungszeiten in der Anmeldung der PBS. Falls bereits zu einem früheren Zeitpunkt Untersuchungen diesbezüglich durchgeführt wurden, können diese zusammen mit den Grundschulzeugnissen zum Erstgespräch mitgebracht werden. Grundschulzeugnisse geben häufig einen ersten Hinweis auf das Vorliegen von Symptomen in der Kindheit.

Interventionsmöglichkeiten bei AD(H)S in der PBS

Zur Behandlung von leicht ausgeprägter AD(H)S und den damit verbundenen Problemen in Studium und Alltag stehen in der PBS mehrere Interventionsmöglichkeiten zur Verfügung: Neben einer Einzelberatung oder Kurzzeit-Psychotherapie mit bis zu zehn Sitzungen, wird insbesondere das Training für Studierende mit Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen (TSAK) angeboten. In diesem Kurs werden hilfreiche Strategien für die mit dem Störungsbild assoziierten Schwierigkeiten vermittelt und eingeübt. Bei stärker ausgeprägten Symptomen oder komorbiden psychischen Störungen kann eine Weitervermittlung in weiterführende medikamentöse und/oder psychotherapeutische Behandlungen sinnvoll sein.